Leere Wiege – Abschied nehmen von einem Sternenkind
Shownotes
Triggerwarnung: In diesem Beitrag geht es um stille Geburten, den Verlust eines Kindes und Trauer.
Wenn ein Kind während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt verstirbt, verändert sich für Eltern von einem Moment auf den anderen alles. Zur Trauer kommen Fragen, Ängste und die Aufgabe, Abschied zu nehmen von einem Kind, das im Herzen längst einen festen Platz hatte.
In unserer neuen Folge sprechen unsere Seelsorgerin Petra Ziehe und unsere Hebamme Anna Plagemann über stille Geburten und darüber, wie Eltern in der HENRIKE auf diesem schweren Weg begleitet werden. Mit Zeit. Mit Nähe. Mit Raum für Tränen und Erinnerungen. Eltern können ihr Kind sehen und halten, ihm einen Namen geben, Fußabdrücke und Fotos machen lassen oder es segnen lassen. Denn auch wenn die gemeinsame Zeit kurz ist, kann sie von unendlich großer Bedeutung sein.
Mehrmals im Jahr organisieren wir auch gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover eine Gemeinschaftsbestattung für Sternenkinder, die nicht bestattungspflichtig sind. An der Kindergedenkstätte auf dem Stöckener Friedhof bekommen sie einen würdevollen Ort. Für viele Eltern ist es ein tröstlicher Gedanke, dass ihr Kind dort nicht allein ist.
Die Kosten für diese Gemeinschaftsbestattungen tragen wir. Damit wir dieses besondere und wichtige Angebot auch weiterhin ermöglichen können, sind wir auf Spenden angewiesen.
Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, Sternenkindern einen würdevollen Abschied zu schenken – und Eltern einen Ort für ihre Trauer, ihre Erinnerung und ihre Liebe.
Transkript anzeigen
00:00:01: Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge liebe Zuhörer.
00:00:17: Heute widmen wir uns einem Thema über das nur selten gesprochen wird.
00:00:21: viel zu selten finde ich obwohl jedes Jahr zahlreiche Familien davon betroffen sind.
00:00:25: die stille Geburt wenn ein Kind während der Spangerschaft oder rund um die Geburt Verstürbt verändert das Leben der Eltern von ein auf den anderen Moment.
00:00:35: Und zu der unfassbaren Trauer kommen dann ganz viele Fragen, Ängste, Herausforderungen dazu
00:00:40: irgendwie
00:00:41: diesen Weg durch diese Situation zu finden, auf die ja niemand vorbereitet
00:00:44: war.".
00:00:45: Darüber möchte ich heute sprechen mit meinen beiden Gästen, die dann die Eltern auf diesem sehr schwierigen Weg begleiten.
00:00:51: Bei mir im Studio zur Gast sind unsere Seelsorgerin Petra Zieh.
00:00:54: Schön dass du da bist!
00:00:55: Hallo.
00:00:56: und unsere Hebamme Anna Plagemann.
00:00:57: Schön, dass auch du da wirst.
00:00:59: Wenn wir von einer stillen Geburt oder leere Wiege sprechen, ihr habt gesagt das ist beides das gleiche.
00:01:04: Was genau bedeutet
00:01:05: das?
00:01:06: In dem Wort selbst steckt er schon ganz viel drin.
00:01:08: Im Grunde genommen ist es so dass ein Kind einfach während der Schwangerschaft verstirbt und halt eben keine Wiege besetzt ist sozusagen und kein Kind schreit.
00:01:19: Viele Menschen wissen gar nicht wie häufig sowas ungefähr vorkommt.
00:01:22: also wie viele Menschen auch vom Schicksal betroffen sind.
00:01:24: könnt ihr das ganz grob einordnen?
00:01:26: Es ist so, dass man statistisch irgendwie, habe ich das nachgelesen davon ausgeht, dass zehn bis fünfzehn Prozent der Schwangerschaften eine Fehlgeburt enden.
00:01:34: Allerdings muss man dazu sagen, dass davon der aller-aller größte Teil in den ersten sechs Wochen passiert also, dass Frauen gar nicht vielleicht unbedingt merken, dass die Schwanger waren oder gerade das festgestellt haben.
00:01:48: Und die Begleitung, die wir in der Geburtsklinik haben sind ja die ab den vierzehnten Schwangerschaftswoche und da ist es dann schon sehr wenig dass Frauen ihr Kind verlieren.
00:01:59: Also das eine Fehlgeburt passiert zum Beispiel.
00:02:02: Kann man das ungefähr sagen?
00:02:03: Habt ihr das einmal pro Woche, habt ihr das mal im Monat also das einfach nunmal so ein ganz grobes Gefühl wie oft ihr sowas hier macht?
00:02:10: Ehrlicherweise ist es eher so ein bisschen in Wälen und manchmal haben wir das dreimal die Woche und manchmal eine ganze Woche gar nicht.
00:02:17: Es ist aber schon so, wenn man die Mutterpässe sich anguckt.
00:02:19: Dass man häufiger sieht, dass da Fähgeburten in der Anamnese zu lesen sind also in der Vorgeschichte.
00:02:25: Man sieht die Fähgeburten oder wir sehen sie häufiger weil wir natürlich auch ein großes Haus sind im Perinatalzentrum wo viele kranke Schwangere irgendwie auch betreut werden und dementsprechend haben Häufige auch die Begleitung davon.
00:02:40: Welche Ursachen
00:02:41: oder Gründe kann denn eine stille Geburt haben?
00:02:45: Es gibt ja verschiedene, vielleicht könnt ihr darauf mal eingehen.
00:02:47: Also es gibt nicht DIE Ursache ... Die gibt es auf jeden Fall wahrscheinlich nicht, dass man sagt das ist genau der Punkt warum mein Kind stirbt in der Schwangerschaft.
00:02:55: Aber es gibt natürlich viele verschiedene Ursachen die's haben kann, die dazu beitragen, dass ein Kind verstirbt in einer Schwangersschaft.
00:03:02: Das sind Infektionskrankheiten zum Beispiel.
00:03:05: Es gibt also andere schwere Diagnosen mit dem Leben nicht zu vereinbaren sind.
00:03:09: Plazenterstörungen, es gibt einfach wirklich diverse Ursachen, die es haben können.
00:03:14: aber man muss auch dazusagen trotz der ganzen Medizin findet nicht immer eine Ursache.
00:03:19: Das muss man einfach auch wissen.
00:03:21: Das ist sehr unbefriedigend, gerade für das Elternpaar wenn man kein Warum findet.
00:03:25: aber das ist leider so.
00:03:27: Ja da muss man sich dann auch erst mal mit an Freunden keine Antwort zu bekommen.
00:03:31: ihr stellt es dann und mit einem Ultraschall vermutlich fest dass das Kind Nicht mehr lebt.
00:03:37: Ich glaube, da gibt es viele Formen.
00:03:39: Die meisten Frauen sind in der Vorsorge, in der Schwangerschaft betreut vom Gynäkologenambulant.
00:03:45: Wenn sie zur Vorsorguntersuchung geht und dann wird kein Herzschlag festgestellt ... Das ist durch den ambulanten Gynädologen festgestellt worden.
00:03:53: Die schicken die Frauen meistens zu uns.
00:03:56: Zur Geburt per Überweisung oder Einweisungsschein.
00:04:00: Es gibt aber auch den Fall, dass man schon im Ultraschall feststellt, dass dieses Kind eine schwere Diagnose hat.
00:04:06: Auch dafür werden die Frauen zu uns geschickt und bekommen Gespräche durch einen Experten.
00:04:14: Da wissen die Eltern in der Regel schon, dass das Kind während der Schwangerschaft irgendwann versterben wird.
00:04:20: Oder aber, dass die Diagnose so schwer ist.
00:04:22: Dass sich älteren Paare dafür entscheiden müssen oder die Schwangerschaft nicht weiter vorzuführen?
00:04:30: Es gibt den Fall, dass das rund um die Geburt passiert.
00:04:34: Nicht während der Schwangersschaft, sondern dass ein Tod rund um sie passiert.
00:04:37: Das erlebt ihr hier auch.
00:04:40: Das erleben wir auch.
00:04:41: Es ist deutlich seltener.
00:04:43: Das sind die Fälle in der Regel, wo die Kinder ... viel zu früh geboren werden oder mit einer schweren Erkrankung geboren und dann über das Krankenhaus auf der Bölde versorgt werden, die im Verlauf ihrer Versorgung hier verstärben.
00:04:57: Das kann durchaus passieren ja.
00:05:00: Wie erlebt ihr denn so einen Moment, wenn Eltern bei so einer Ultraschalluntersuchung erfahren, dass ihr Kind schwer krank ist?
00:05:06: Oder vielleicht schon gar nicht mehr lebt im Bauch?
00:05:08: Petra, du wirst da manchmal oft dazu geholt in solche Situationen.
00:05:11: Wie erlebst du das?
00:05:13: Die sind total unterm Schock.
00:05:15: Das ist so für einen Moment, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen werden und sie erzählen mir auch das... Also zum Beispiel wenn diese Diagnosen bei anderen Ärztenerzinnen passiert, dass sagen Sie so ja mit einmal wurde der Arzt zu still oder die Ärztin hat gar nichts mehr zu mir gesagt erleben das eben durchaus häufiger und da, also alle Kolleginnen hier sind total sprachfähig um dann nicht diesen Moment zu erzeugen dass plötzliche Stille da ist.
00:05:52: Und die Eltern sich fragen was ist hier los so?
00:05:56: Ich erlebe es häufig so dass die Paare Frauen Männer Wenn sie so eine Diagnose über ihr Kind erfahren, unter Schock stehen das so viele Gefühle auf Sie einströmen.
00:06:07: Dass sie das gar nicht wahrnehmen können und auch kaum irgendwas ausdrücken können.
00:06:11: Und sie berichten so oder bestätigen das wie ein schlechter Traum, aus dem man eben einfach nicht aufwacht.
00:06:18: Viele Eltern suchen dann bestimmt nach einer Erklärung die Sie oft nicht bekommen?
00:06:21: Es gibt keine Antwort.
00:06:22: oft habt Ihr gesagt!
00:06:24: Aber die suchen ja bestimmt auch den Fehler oft bei sich selber.
00:06:27: Habe ich was falsch gemacht in der Schwangerschaft?
00:06:29: Was hätte ich anders machen können, wie entgegnet ihr denn dann solchen
00:06:32: Sorgen?".
00:06:34: Also man muss sagen dass diese Schuldfrage kommt fast immer von jeder Frau oder von jedem Paar.
00:06:39: Was hätten wir anders machen kann und was war der Grund dafür?
00:06:42: Was man vielleicht beruhigenderweise sagen kann ist das es Egal, wie sie was anders gemacht hätten.
00:06:47: Es hätte wahrscheinlich die Situation nicht verändert.
00:06:50: Das kann man den Leuten auf jeden Fall mit auf den Weg geben Denn Sie sind ja alle Eltern und wollen nur das Beste für ihr Kind Und jeder verhält sich bestmöglich sozusagen in dieser Phase der Schwangerschaft und provoziert natürlich nichts Was dass in irgendeiner Form gefährden würde.
00:07:04: Also das vielleicht zu dieser Schuldfrage weil schuld hat wahrscheinlich in diesem moment einfach wirklich niemand.
00:07:09: das ist einfach ein schicksal
00:07:10: und gleichzeitig Es ist mir immer wichtig, das Thema in jedem Fall aufzunehmen.
00:07:16: Also wenn ich sage nur ... also ausschließlich sage Sie sind nicht schuld?
00:07:25: Das ist ja richtig!
00:07:26: Und auch wichtig genau das aufzuklären, was Anna gesagt hat.
00:07:30: Gleichzeitig sind diese Gefühle ja da und deswegen ist es so immer mein Anliegen, das auch aufzunehmen und auch zu sagen sie fühlen sich schuldig und gleichzeitig hätten Sie nichts tun können.
00:07:41: oder als Eltern möchte man sein Kind total beschützen vor allem Bösen fernhalten und sie erleben dass das nicht möglich war und das lässt sie verzweifelt, schuldigt oder so zurück.
00:07:53: irgendwas in der Form sage ich weil es wichtig ist Gefühle aufzunehmen und niemanden mit einem bestimmten Gefühl allein zu lassen.
00:08:01: Also erst mal gefühlt zulassen ist, glaube ich der erste Schritt wo du sagst ... Ich kann sie verstehen dass Sie dieses Gefühl haben.
00:08:07: das ist normal.
00:08:08: Wie versuchst Du dann zu sagen okay sie sind aber nicht schuld.
00:08:10: also wie kann man denen dann diese Schuld nehmen?
00:08:13: oder geht das gar nicht in dem Moment Petra?
00:08:15: Das ist ja bei mir in vielen Bereichen der Seelsorge so...ich erlebe es so wenn ich Gefühlen zulasse weil also wenn ich sie anspreche sowas wie Sie fühlen sich schuldig, dass dann häufig das eher zurückkommt.
00:08:29: Ja ich weiß!
00:08:30: Ich bin es ja nicht so... Also und es dann ein Austausch darüber möglich ist warum fühlt sie das?
00:08:38: Und das einfach alles aussprechen zu können, darüber reden zu können.
00:08:43: Das ist ja meine große Chance, dass ich das mit den Frauenpaaren machen kann hilft in dieser Verarbeitung dieser Gefühle etwas nicht wichtig gemacht zu haben und dahin zu kommen, irgendwann für sich zu sagen ja ich konnte da auch nichts tun.
00:09:01: Also das konnte ich nicht verhindern.
00:09:04: was anderes können die Eltern ja schon tun.
00:09:05: aber dass konnte ich eben nicht verhindern.
00:09:08: Für viele Menschen klingt es vielleicht so nicht schwer nachzuvollziehen warum denn ein verstorbenes Kind überhaupt noch geboren werden muss?
00:09:14: Warum ist das so?
00:09:15: Das ist tatsächlich eine Frage, die uns die Paare häufig stellen.
00:09:19: Aber es ist so, dass der vaginale Geburt meistens der körperlich schonste und medizinisch sichereste Weg ist.
00:09:26: Und deswegen geht das halt auf die spontanen Geburt oder auf die vaginalen Geburt.
00:09:34: Dann ist es ja so, wir können nicht sicherstellen, dass die Plazente auch folgt.
00:09:41: nochmal in den OP müssen für einen kurzen Zeitraum, aber der natürlich deutlich schodener ist als die ganze Geburt operativ zu beenden.
00:09:50: Also ich erlebe das schon häufiger an der Ultraschallambulanz in den Gesprächen wenn es darum geht eine Geburt einleiten zu müssen bei einem Kind was verstorben ist dass bei manchen Frauen der Impuls kommt jetzt muss sich noch eine richtige Geburt durchleben.
00:10:05: Das möchte ich nicht Geht nicht ein Kaiserschnitt oder einer Ausscharbung sagen wir mal, fünfzehnte Woche ist oder so.
00:10:12: Frauen wissen dann in dem Zusammenhang nicht dass das schon da sehr gefährlich ist auch für die Frauen weil es kennt einfach viel zu groß ist für eine Ausschaubung und ein Kaiserschnitt.
00:10:23: Anna da musst du mir jetzt korrigieren ja medizinisch in der frühen Woche auch noch gar nicht möglich ist So und später je weiter fortgeschritten die frauen sind einen kaiserschritt theoretisch möglich wäre erst natürlich mit viel mehr Risiken verbunden ist.
00:10:37: Und ich erkläre den frauen immer und wissen wir aus der Psychologie und Ausrückmeldung, eben dieser natürliche Geburtsprozess hilft den Frauen das zu verarbeiten.
00:10:49: Und auch psychisch damit zu gehen auf diesem Weg des Abschieds nehmen.
00:10:53: Es ist nicht so schnell es ist nicht.
00:10:55: also ich bin jetzt nicht in einer Kose und wenn ich aufwache, dass mein Kind wächst oder nicht erlebt das mit und Frauen melden mir auch zurück.
00:11:03: Du musst gleich nochmal sagen Anna wie du das erlebst, Sie sagen zum Beispiel dann, das war eigentlich so schön.
00:11:10: Sie sagen immer, Frau Zier, das klingt jetzt vielleicht komisch aber das war eine schöne Geburt?
00:11:16: Ich glaube viele Eltern haben einfach wirklich Angst davor dass es zu Ende geht Aber das endet ja nicht mit der Geburt.
00:11:24: Das ist fast der Anfang nur von dem Trauerprozess Aber sie können es viel besser verarbeiten weil sie es einfach miterlebt haben Und das ist, glaube ich, das Wichtige daran.
00:11:33: Gehen wir noch mal ein Schritt zurück?
00:11:34: Was passiert denn in der Zeit von der Diagnose bis zur stillen Geburt?
00:11:39: Wie viele Tage vergehen da ungefähr und wie begleitet ihr die Eltern in diesen Tagen?
00:11:43: Wenn
00:11:43: ich die Eltern kennenlerne – also wenn ich dabei bin in solchen Prozessen, die Eltern zu begleiten von Anfang an dann ... Kann ich immer die Gelegenheit nutzen, mit den Eltern darüber zu sprechen?
00:11:54: Dass es gut wäre nicht möglichst schnell eine Geburt einleiten zu wollen.
00:11:58: Das ist auch die Intention der Hebammen und der Ärztinnen hier zu sagen Es tut nicht Not Auch wenn das Kind vielleicht nicht mehr lebt sofort eine Gebur einzuleiten überhaupt all das zu verarbeiten, was da passiert ist.
00:12:16: Überhaupt mir ist es immer wichtig die Eltern wieder ein bisschen ins Handeln zu bringen und das geht halt nicht wenn ich so eine schockierende Nachricht gehört habe und alles über mich zusammenbricht dann kann ich noch gar nicht darüber sprechen wie wünsche ich mir denn diese Geburt oder was möchte ich denn vielleicht danach?
00:12:34: Und wenn das ein bisschen Zeit hat All das, was man erfahren hat zu sacken und die Gefühle irgendwie wahrzunehmen.
00:12:41: Dann kann ich vielleicht auch noch mal sagen Ich würde gerne nochmal irgendwie abschieten ihm auch von meinem Kind in meinen Bauch bevor es zur Welt kommt.
00:12:50: Das ist immer etwas, was wir hier auch in der Klinik sehr wichtig finden.
00:12:55: erst den Frauen Und Männern halt mitzugeben dass sie auch diese Phase bis zur Geburtseinleitung für sich zum Abschied nehmen nutzen So für sich.
00:13:06: Wir haben Paare schon erzählt, dass sie noch mal einen Kurzurlaub gemacht haben mit dem Kind um Abschied zu nehmen oder ein Fotoshooting beim Fotografen vom Babybauch.
00:13:18: Ein Vater hat mir erzählt er hat einen Gipsabdruck gemacht von dem Babybauchen seinem Sohn quasi der da drin war.
00:13:26: also die Verläufe sind ja recht individuell für die Paare, also wie sie zu uns gekommen sind was sozusagen ihr eigener Weg ist und ich glaube genauso individuell wie die Geschichte an sich ist.
00:13:36: Ist das dann auch wie die Paaren damit selbst umgehen?
00:13:40: Und wie du schon sagst manche brauchen nochmal sehr viel mehr Zeit als andere und fahren vielleicht noch mal den Kurzurlaub oder machen dieses Fotoshoot-Ding.
00:13:47: Wir haben Paare noch mal intensiv mit der Bestattung beschäftigen, wie möchte man das haben?
00:13:53: Man muss ja dazu sagen, man hat sich da vorher eher mit einem lebenden Kind auseinandergesetzt.
00:13:57: Mit der Zeit Wie ist es dann mit dem reifen kind?
00:14:01: glückliche Familie?
00:14:01: und jetzt muss man einmal komplett umdenken Und Da denke ich Es ist wichtig dass man den pan auch die zeit einräumt Auch wenn natürlich der erste Impuls bei den allermeisten Pan ist.
00:14:12: Ich möchte schnell fertig werden.
00:14:13: Ich möchte dass es schnell endet Aber wir haben auch ganz viele Rückmeldungen bisher bekommen, dass es gut war, dass man ihnen die Zeit gegeben hat.
00:14:21: Denn das reift der erst.
00:14:22: Der ist ein Prozess!
00:14:24: Sie fangen an sich mit Dingen zu beschäftigen wie gesagt, die sie vorher überhaupt nicht beschäftigt haben.
00:14:29: Sie fang an mit der Familie darüber zu reden, mit Geschwisterkindern als Paar unter sich natürlich und dann kommen halt immer mehr Themen auf, die vorher nicht beleuchtet wurden.
00:14:42: Ich kenne eine Patientin, die hat ganz liebevoll eine Kiste gestaltet fürs Kind.
00:14:47: Wo es später auch beerdigt werden sollte.
00:14:49: Das wurde bemalt von innen damit das Baby auch die ganze Zeit dieses Bild sehen kann.
00:14:53: Also das sind so Dinge, die sind natürlich nur entstanden weil die Patientin einfach Zeit dafür hatte und Petra hat ja vorhin schon angesprochen die Patienten wären dann mit Einleitungsmedikamenten auf den Weg gebracht.
00:15:07: Also, es gibt zwei Medikamente.
00:15:09: Das eine nennt sich Mifigine und das ist sozusagen der Körper versucht ja hormonell die Schwangerschaft weiterzuhalten.
00:15:17: Und dieses Medikament wird gegeben um diese schwangerschaftshaltende Hormonprogesterone sozusagen zu unterbrechen damit wir überhaupt ne Chance haben mit den Einleitungsmedikamenten irgendwie was zu erreichen.
00:15:29: Wie gesagt, dass Mifigeine wird gegeben und die Einleitungstabletten dann ... Das ist so der gängige Weg.
00:15:37: Und unsere Erfahrung zeigt, dass die Frauen besser auf die Einleitungsmedikamente reagieren, wenn dieses Myofigine-Feuer gegeben wurde.
00:15:46: Da hat man ja auch noch mal Zeit und das alles kann man dann in Ruhe planen, wenn sie diese Gespräche hat und sagt jetzt fühl ich mich bereit für die Einlegungen?
00:15:55: Das sollte keine Wochen dauern aber wenige Tage sind auf jeden Fall drin!
00:16:01: Du hast jetzt von den Einleitungstabletten gesprochen.
00:16:03: Gehen wir mal den Schritt weiter, wie erfrückt dann so eine Stille gebohrt?
00:16:06: Wie ist ein ... Ja, Ablauf!
00:16:09: Die Paare kommen frühmorgens in die Klinik.
00:16:12: der Begleitperson oftmals ist ja der Partner wird mit aufgenommen auf die Station das heißt es gibt dort noch ein zweites Bett und er wird auch mit versorgt dass er die ganze Zeit oder die Begleiter Person ich rede jetzt oftmals vom Vater weil's halt einfach auch oft der Papa is bleibt halt bei der Patientin Und dann wird ein Venyser Zugang gelegt, wir würden noch mal alle offenen Fragen klären bevor es losgeht.
00:16:37: Dann bekommt die schwangere Einleitungsmedikamente, das nennt sich Zytotec.
00:16:42: Das gibt es oral und wie viel in welchen Abständen?
00:16:45: Das ist immer adaptiert an die Schwangerschaftswoche.
00:16:49: Es gibt so eine Tabelle, daran kann man das nachlesen.
00:16:52: Danach wird die Patientin eingeleitet nach dem Schema.
00:16:56: Wenn wir dann merken, die Patientin kommt in die Geburtsphase und entwickelt kräftige Wehen.
00:17:02: Die auch schmerzhaft sind, darf die Patienten natürlich auch Schmerzmedikamente erhalten alles was sie möchte.
00:17:08: Wir müssen einfach wirklich viel miteinander sprechen.
00:17:10: das geht auch bis hin zur pda.
00:17:13: wenn es ein größeres Kind ist und einfach ein längerer geburtsweg ist Dann ist das nicht auszuschließen.
00:17:18: wir würden die frauen dann zur geburt runter in den kreis erholen.
00:17:21: also bei uns ist Es ja so dass wir die Stationen eine Etage über dem Kreiser haben, dann kommen die Patienten runter oder werden runtergebracht.
00:17:30: Und dann haben wir da einfach ne Geburt, also medizinisch gesehen ganz normal ne Gebur, wie jeder andere auch und dann müssen gucken, was im Vorfeld schon mit den Patienten abgesprochen ist.
00:17:43: Wir haben in der Regel wenn sie die ganzen Gespräche haben mit dem Ultraschall auch ein Hebamngespräch mit den Patienten.
00:17:50: dort wird schon mal abgefragt und besprochen wie sich das so vorstellen ob es überhaupt schon Wünsche und Vorstellungen gibt.
00:17:57: man zeigt ihnen Wege auf was es alles gibt und wie man Hand haben könnte.
00:18:02: Manchmal entscheiden sich die Paare auch unterschiedlich.
00:18:04: der eine möchte das Kind sehen der andere nicht.
00:18:07: Aber in den allermeisten Fällen ermutigen wir die Patienten und den Partner oder die Begleitperson dazu, auch das Kind sich anzusehen.
00:18:14: Richtig Abschied zu nehmen.
00:18:16: Viele Mütter möchten ihre Babys auf die Brust gelegt bekommen, noch mal viel Zeit haben.
00:18:21: Das wollen wir natürlich auch gewährleisten.
00:18:23: Und dann müssen wir noch auf die Plazenta warten.
00:18:28: Wenn die Placenta sich selbst nicht traut, dann müssen wieder leider nochmal mit der OP ... nachhelfen, das ist aber dann nur noch mal ein ganz kurzer Moment.
00:18:37: Und dann würde die Patientin sozusagen nach dem OP auch wieder zurück auf die Station gehen um sich dort auszurufen.
00:18:44: Ansonsten bleibt die PatientIn ungefähr zwei Stunden im Kreishaar und wir würden versuchen gemeinsam Erinnerungen zu schaffen so wie sie sich das vorgestellt haben.
00:18:54: Wir machen manchmal Fußabdrücke, wir haben eine Erinnerungskarte, vielleicht ne Haarlokke, die wir noch abschneiden und dort einkleben.
00:19:01: Und wir wiegen und messen das Kind amutigen, dass Paar auf jeden Fall auch eigene Ideen mit einzubringen.
00:19:07: Das heißt aber, die Frau hat tatsächlich Wehen- und Schmerzen bei einer stillen Geburt?
00:19:13: Ja, das hat sie.
00:19:14: Aber die Patientin hat jederzeit die Möglichkeit uns ... mitzuteilen wenn sie was braucht.
00:19:21: natürlich auch immer darauf hinzuweisen, dass es jederzeit die Möglichkeit gibt.
00:19:25: Also wir haben viele Medikamente, die sie nehmen kann und wir möchten sie da natürlich so bestmöglichst auch begleiten.
00:19:31: Und deswegen ist es uns auch wichtig, dass sie jeder Zeit auch die Möglichkeit bekommt sich da klar zu äußern was ihr Wunsch is.
00:19:41: Du hast gerade schon gesagt, ihr ermutigt die Eltern ihr Kind zu sehen, zu halten Erinnerungen zu schaffen.
00:19:47: Ja, warum ist euch das wichtig?
00:19:48: Vielleicht könnt ihr darauf nochmal ein bisschen eingehen.
00:19:50: welche Rituale und Möglichkeiten gibt's da.
00:19:51: Du hast eben von Fußabdruck und Kärtchen gesprochen Petra.
00:19:54: vielleicht kannst du da auch noch mal ein bisschen aus Seelsorgersicht drauf eingehen.
00:19:58: Wenn ich die Paare im Vorfeld sprechen kann, dass ja häufig der Fall und erzähle sie haben die Möglichkeit ihr Kind zu sehen nachgebotlich.
00:20:06: Dann kommt schon oft eine erschreckende Reaktion und es wird gesagt das tut doch noch viel mehr weh wenn ich's Kind sehe dann wirds ja so real.
00:20:15: oder wie sieht es denn aus?
00:20:18: Sieht das nicht schlimm aus?
00:20:20: so?
00:20:21: und darüber können wir sprechen und ich sage dann auch Ja.
00:20:25: vielleicht tut es in dem Moment mehr weh in dem Sinne, als dass sie ihr Kind sehen und dann noch mehr drehen.
00:20:32: Fließen.
00:20:32: doch viele Eltern die ihr Kind gesehen haben berichten mir das es ein super schöner Moment war.
00:20:39: Die Trauer gehört ja dazu.
00:20:41: Es kennt nicht zu sehen, bedeutet ja nie wieder die Chance zu haben das Kind kennenzulernen und nie wieder eine Möglichkeit zu haben festzustellen dass hat die gleiche Nase wie der Papa oder die langen Finger wie die Mama oder solche Sachen.
00:20:55: Und es geht ja genau darum ein Menschenkind Das Kind was in meinem Herz einen Platz hat auch auch real werden zu lassen und es eben nicht zu verdrängen.
00:21:05: Und wir wissen aus der Psychologie, dass die Frauen, die vor über zwanzig Jahren entwunden haben und nie die Chance hatten ihr Kind zu sehen heute noch darunter leiden.
00:21:16: Deswegen ist es uns so wichtig, die Frauen und Männer dahin ganz sensibel zu begleiten.
00:21:22: Und immer wieder zu ermutigen wenn's direkt nach der Geburt nicht geht dann gehts vielleicht am nächsten Tag.
00:21:28: Die Möglichkeit gibt´s auch zu sagen heute schaffe ich das nicht aber vielleicht morgen okay?
00:21:33: Und was ebenso an anderen Ritualen noch ist, ist all das was die Eltern sich zutrauen selber.
00:21:40: sie können ihr Kind in eine Decke wickeln Sie können es theoretisch Baden oder in Wasser legen.
00:21:48: Natürlich bieten wir von der Seelsorge an, dass wir sagen ... Wir segnen ihr Kind, wenn sie das möchten, dass es oft ein schönes Ritual für Eltern auch zum Abschied nehmen oder eben ein religiöses Bedürfnis ist.
00:22:01: Es ist uns deswegen so wichtig, weil der Zeitraum, wo wir die Erinnerung schaffen können, ist so kurz.
00:22:07: Wir haben nicht wahnsinnig viel Zeit!
00:22:08: Das ist halt jetzt der Moment und den müssen wir irgendwie nutzen.
00:22:11: Weil wir haben leider nur eine begrenzte Zeit mit diesem Kind oder vor allem die Eltern.
00:22:18: Und wir wollen einfach gerne, dass die Frauen nicht aus Angst oder aus Schock sich für gegen etwas entscheiden, was sie hinterher vielleicht bereuen könnten und deswegen sind wir da manchmal auch so ein bisschen hartnäckig.
00:22:29: Wir würden natürlich niemandem dazu zwingen, sich ihr Kind anzugucken.
00:22:32: aber manchmal haben wir Ideen, dass das vielleicht noch mal irgendwann auftaucht, dass Sie sich verabschieden wollen, dass sie nochmal Erinnerung haben wollen.
00:22:40: Und wir besprechen manchmal mit den Patienten, dass wenn sie sich das nicht trauen, wer erst mal ein paar Fotos machen.
00:22:45: Die sind einen Umschlagpacken und ihnen die nach Hause geben.
00:22:48: Dass sie das dann doch, wenn es irgendwann dazu kommen sollte, dass Sie da eine Möglichkeit haben noch einmal zu gucken?
00:22:54: Also ihr seid ja nicht verpflichtet, das zu tun aber es gibt diese Möglichkeit und ich glaube, die ist sehr wertvoll.
00:22:59: Ja in jedem Fall!
00:23:01: Das ist ja
00:23:01: die Geburt offensichtlich ...ja...das Ende der Trauer sondern das ist ja ein Teil von dem ganzen Weg.
00:23:07: Welche Herausforderungen erlebt ihr denn oder erleben dann Familien nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.
00:23:13: Das, was ich immer am meisten höre von den Patienten ist dieses ... Was sage ich jetzt auf Arbeit?
00:23:19: Oder je nachdem wie fortgeschritten die Schwangerschaft schon war, wie viele Leute wussten es schon?
00:23:23: und wie gehe ich damit um?
00:23:25: Wie kann ich das verbalisieren?
00:23:26: Möchte ich darüber sprechen oder nicht?
00:23:29: Da ist Petra auch noch mal ein guter Ansprechpartner, die bereitet die Paare super darauf vor, wenn's dann nach Hause geht.
00:23:35: Da kannst du vielleicht gleich nochmal drauf eingehen.
00:23:38: Was ich auch erlebe ist, dass was ganz wenig Frauen wissen.
00:23:42: Dass sie den Anspruch auf Hebammenleistungen haben wenn sie ein Kind verloren haben.
00:23:45: also nicht nur wenn man sozusagen normal nur reifen kind entbindet sondern auch schon vorher auch wenn man sein Kind verloren hat hat man den Anspruch auf Hebamme Leistung.
00:23:54: den darf man gerne einen Anspruch nehmen.
00:23:56: das ist ganz wichtig.
00:23:57: viele kennen ihre Heber mir ja auch schon und dann ist das natürlich auch eine total gute Sache, weil man ja schon Vertrauen auch zunahne aufgebaut hat, das Thema zu bearbeiten.
00:24:06: Weil das beschäftigt ein Jahr ne ganze Weile.
00:24:09: Rückbildung ist auch ein Thema was ganz wichtig ist.
00:24:13: Es ist eine Schwangerschaft egal wie weit sie getragen wurde Und das muss sich alles wieder zurückbilden.
00:24:19: Diese Schwangerschaft ist nach und nach gewachsen, deswegen ist es auch so wichtig, dass Thema Rückbildung angegangen wird.
00:24:25: Es ist ganz normal und wichtig auch, dass man sich dort nicht mit einem normalen Kurs einschreiben muss.
00:24:31: Es gibt Kursangebote für leere Wiegen extra oder natürlich über die Hebamme, die das zu Hause ein paar Übungen zeigt, aber dass man das nicht vergisst.
00:24:40: Das was Eltern ganz praktisch häufig erwartet ... Wenn die Schwangerschaft schon weiter vorangeschritten war, ist das leere Kinderzimmer.
00:24:50: Die leere Wiege oder leere Bett eben.
00:24:52: tatsächlich sind manchmal auch Geschwisterkinder, die Fragen stellen so und natürlich auch dass das umfällt was nicht?
00:25:04: sie also Freundinnen Nachbarn ArbeitskollegInnen, die nicht wissen wie gehen wir jetzt mit den Verweisten Eltern mit den Eltern, die ihr Kind verloren haben.
00:25:15: Wie gehen wir mit denen um?
00:25:17: Und ich bespreche wenn ich die Möglichkeit habe mit den Eltern, besprech' ich das dass ich sage Wenn sie sich das trauen überlegen Sie doch wie möchten sie das wie man mit ihnen umgeht Und formulieren Sie vielleicht so eine Art Geburtsanzeige.
00:25:36: Also wir sprechen wirklich über solche Möglichkeiten, es gibt die Möglichkeit, eine Geburtonzeige zu machen also eine Karte oder so und zu verschicken oder wie auch immer die Eltern das gerne machen möchten wo man eben darüber berichtet dass wir am Sohn zu vielten haben wir unser geliebtes Sternenkind zur Welt gebracht oder was auch immer sie da gerne schreiben möchten und dass Sie auch in dem Zusammenhang vielleicht schreiben, wie sie gerne behandelt werden möchten.
00:26:09: Man kann es an Verwandte auch weitergeben.
00:26:12: bitte schreibt ihr allen möglichen Menschen dies-und jenes oder E-Mail an Kolleginnen, an Chefinn oder so und dann zu schreiben wir brauchen erstmal unsere Ruhe.
00:26:22: sprecht uns erst mal bitte nicht an oder ja ist es okay oder oder sind auch diese Sachen Wenn Geschwisterkinder da sind, ich gehe in die Kita und hole das Kind ab.
00:26:34: Und ich habe eben kein Bauch mehr.
00:26:35: Ich habe auch keinen Säugling zu Hause.
00:26:40: Das sind schon Herausforderungen, die Eltern dann erleben.
00:26:45: Was ich immer sage, versuchen Sie zu überlegen was sie möchten und wie sie das kommunizieren können.
00:26:51: Da gibt es ganz viele Menschen im Umfeld, die dabei helfen können.
00:26:56: In der Kita, die erzielen oder was auch immer...
00:26:58: Ist auch der bessere Weg, denn ich hab schon von vielen Frauen gehört.
00:27:02: Ich hatte das Gefühl alle haben geschwiegen.
00:27:04: Keiner hat mit mir gesprochen als wäre nichts passiert und ich glaub, dass ist noch viel schlimmer.
00:27:09: Wenn man das Gefühl hat, man wird ignoriert oder es hat die anderen nicht berührt.
00:27:13: Das ist in den meisten Fällen gar nicht so aber es kommt zu rüber wenn man halt eben nicht miteinander gesprochen hat.
00:27:18: Von daher ist ja so eine Anleitung wie sie's gerne hätten
00:27:21: gar nicht so schlecht.
00:27:22: Und ich denke, das ist ein guter Leitfaden auf jeden Fall mit dem Werkzeug nach Hause geschickt zu werden.
00:27:28: Ist eine sehr gute Sache.
00:27:29: Wichtig ist mir noch mal kurz zu sagen, dass es nicht so, wenn die Eltern hier aus der Klinik nach Hause gehen, dass dann sozusagen schon die Abschiednahme beendet sein muss.
00:27:41: Es gibt ... auf die Möglichkeiten für die Eltern oder immer an die Möglichkeiten, für die Eltern wiederzukommen und nochmal zu sagen ich möchte das Kind noch mal zu sehen.
00:27:51: Oder auch die Segnung des Kindes verabredet sich manchmal mit den Eltern später Und ihr im Kreis seid ja immer ansprechbar dass die Eltern nochmal sagen können Ich möchte nochmal kommen oder so.
00:28:03: also da geht auch jede Familie ihren eigenen individuellen Weg.
00:28:08: Das heißt das kind wird erst einmal hier auf.
00:28:10: Genau, viele Eltern entscheiden sich auch für Fotos.
00:28:15: Es gibt dein Sternenkind und die machen noch mal richtig schöne Bilder.
00:28:19: Das sind Menschen, die das ehrenamtlich machen.
00:28:23: Die
00:28:24: dürfen wir oft anrufen und fragen ob sie uns helfen können.
00:28:28: Das ist super, dass wir da Unterstützung bekommen.
00:28:34: Geschwisterkindern mit dem Paaren, wenn sie sich das wünschen.
00:28:37: Damit die Bilder schön aussehen ist es so dass für die Kinder nochmal in einen Bassengen geben sozusagen in ein Schwimmbad Denn im kalten Wasser ist es ja so ähnlich wie Mutter Leib und dann sehen die Kinder einfach noch ganz wie frisch geboren aus wenn sie dann fotografiert werden.
00:28:52: Und das ist eine ganz tolle Möglichkeit Die Erinnerung Frisch zu halten sozusagen und Es auch eine schöne Sache dass die Eltern dabei sein können nochmal persönliche Gegenstände mitbringen können.
00:29:03: Also da sind wir sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit haben.
00:29:06: Natürlich können wir das nicht mit jedem machen weil wie gesagt es ist ein Ehrenamt und wir sind darauf angewiesen, dass es möglichst viele Leute zu einem Anspruch nehmen.
00:29:14: aber wir können nicht garantieren, dass das funktioniert.
00:29:17: Aber ganz oft klappt das einfach und die Eltern sind darüber sehr dankba.
00:29:20: Und solange bis dieser Verabschiedungsprozess noch nicht beendet ist bleibt das Kind bei uns im Kreishaar.
00:29:27: Man muss aber auch sagen, dass man das nur eine begrenzte Zeit machen kann.
00:29:30: Und dann irgendwann den Eltern ganz klar ein Signal geben muss ... Das Kind muss irgendwann den nächsten Weg gehen, den nächsten Schritt und das kann nicht eine ganze lange Zeit im Kreis verweinen.
00:29:41: Das geht leider auch nicht.
00:29:43: Der nächste Schritt ist eine Bestattung.
00:29:44: Das bieten wir an Gemeinschaftsbestattungen Petra.
00:29:47: Machst du zweimal im Jahr?
00:29:49: Wenn
00:29:50: ich das
00:29:50: richtig in Erinnerung habe.
00:29:53: Wie läuft so was ab?
00:29:54: Also wir von Diakowere oder die Henrike Geburtsklinik kooperieren mit der Geburzklingte medizinischen Hochschule.
00:30:01: Wir machen zweimal im Jahr diese Gemeinschaftsbestattung,
00:30:05: d.h.,
00:30:05: da werden Sternenkinder, so nenne ich sie immer bestattet, das ist jetzt ein bisschen paragraphendeutsch und die nicht bestattungspflichtig sind also Tod zur Welt kommen und unter fünfhundert Gramm wiegen.
00:30:18: So ist das Gesetz in Niedersachsener, diese Kinder dürfen von den Eltern bestattet werden müssen es aber nicht Und wir als Klinik schaffen für die Kinder einen guten Ort wo sie sein können.
00:30:32: also das heißt alle Sternenkinder die in dem Zeitraum immer von der Einbestattung bis zu nächsten geboren werden werden dann gemeinsam beerdigt und Für viele Eltern ist es auch tatsächlich Ein trostvoller Gedanke, dass ihr Kind nicht alleine ist und mit anderen Kindern zusammen ist.
00:30:53: Sie haben dann für sich Bilder, da können die Kinder zusammenspielen oder so.
00:30:58: Das ist sehr berührend!
00:31:01: Die Bestattung als solche läuft, sodass wir uns auf dem Stöckner Friedhof treffen, das heißt am Eingangsbereich an der Kapelle, dass es kommen immer ungefähr ... Richtung hundert Personen.
00:31:16: Wir beginnen mit in der Kapelle, mit einem kurzen Part von Musikbegrüßung gebeten ein paar Worte so maximal eine viertel Stunde und dann ziehen wir wie bei jeder anderen Beerdigung auch hinter dem Wagen mit den Kindersergen als große Trauergemeinschaft eben zur Kindergedengsstätte wo die Kinder dann beigesetzt werden.
00:31:43: Weil manche Eltern haben die Vorstellung, für jedes Kind ist ein eigener Sag da.
00:31:46: So ist es nicht.
00:31:47: Es sind mehrere Kinder in einem Sack liebevoll zusammen und wir ... Also die Kolleginnen von der Medizinischen Hochschule und ich, wir beerdigen die Kinder und sprechen auch noch mal im Gebet und Segen.
00:32:01: Und dann haben die Eltern die Möglichkeit selber persönlich Abschied zu nehmen also die Eltern, Angehörige, Zugehörige Kinder, Geschwister wer auch immer da ist.
00:32:11: Und dann gehen wirklich alle Eltern einzeln ans Grab, alle Angehörigen einzeln an das Grab und verabschieden sich.
00:32:18: Wunderschönes Angebot.
00:32:19: was wir da machen finde ich!
00:32:21: Wir haben jetzt über eine Gemeinschaftsbestattung gesprochen die wir da anbieten.
00:32:24: aber können die Eltern auch individuell bestatten?
00:32:27: Also das was ich gerade gesagt habe ist so diese Grenze.
00:32:30: bis dahin müssen sie es nicht machen also bis fünfhundert Gramm und tot geborenes Kind.
00:32:37: Aber Sie dürfen immer individuell Bestatten darüber reden Und ab dieser Grenze kommt ein Kind leben zur Welt, egal wie schwer oder leicht viel mehr.
00:32:47: Oder ab fünfhundert Gramm haben die Eltern die Verpflichtung es selber zu beerdigen das Kind.
00:32:54: und da gibt's eben von meiner Seite dann auch Gespräche mit den Eltern.
00:32:59: also ich bin ja keine Bestatterin aber ich kann dann so ein paar Fragen vielleicht beantworten oder an eine bestattern verweisen Zum Beispiel.
00:33:10: Also unter fünfhundert Gramm ist es freiwillig und über müssen sie tatsächlich auch oder lebend geboren?
00:33:14: Ja,
00:33:15: was berührt euch denn an dieser Arbeit und wie schafft ihr das stark zu sein um so etwas immer wieder durchzustehen?
00:33:23: So dass ich gemerkt habe, ich habe definitiv mehr Wissen über den ganzen Prozess als die Betroffenen Und für mich ist wichtig wenn ich meinen Wissenteile Patientinnen oder Paaren einfach die Angst und gibt ihnen mehr Sicherheit.
00:33:40: Und das trägt mich eigentlich durch diese ganze Begleitungssituationen.
00:33:44: Mich trägt der Gedanke auch, nicht nur der Gedanker ist es ja die Realität wie liebevoll auf Augenhöhe und wertschätzend annehmen wir hier alle in der Klinik mit den Taren umgehen und sie begleiten und ihnen ermöglichen was wir ermögliche können.
00:34:04: und das ist so wichtig, dass wir anerkennen, dass sie Eltern werden.
00:34:09: Auch wenn das Kind noch so klein ist und so kurz in ihrem Leben war und es tot zur Welt kommt – Sie sind Eltern!
00:34:16: Sie werden Eltern!
00:34:17: Und mich berührt ganz besonders dann, wenn ich sehe wie Eltern ihr Kind.
00:34:24: Ich bin ja nicht bei der Geburt dabei, aber ich erlebe sie auch öfter danach.
00:34:27: Wie Eltern ihr Kind im Arm halten?
00:34:30: Sie ist liebevoll anschauen wenn ich sehe dass so eine Begleitung so in besten Sinne auch wirklich gut läuft weil die Eltern die Möglichkeit haben Abschied zu nehmen und also erst mal ein Kind kennenzulernen und dann Abschied zunehmen.
00:34:45: und da gibt es viele Momente die mich schon besonders berührt haben wo mir auch manchmal die Tränen hochkommen.
00:34:53: Aber das ist auch okay, also diese Begleitung lebt ja davon bei uns allen dass wir auch eine Nähe zulassen authentisch sind und natürlich nicht überfließen mit irgendwelchen Gefühlen.
00:35:04: aber eben dieses Maß an Nähe zu haben Was ja ein großartiges Geschenk ist, das ist die Tatsache dass wir die Zeuginnen der Eltern schafft sind und die Zäugenden des Kindes.
00:35:20: Und manchmal eben die einzigen also die Hebammen, die Ärzte, Pflege, ich erzähle Sorgern wäre auch immer die Eltern begleitet.
00:35:33: Dann kommen vielleicht manchmal Großeltern noch oder Geschwisterkinder.
00:35:37: Oder natürlich der Sternenfotograf auch, die Sternenphotografin aber dann ist es häufig schon der Kreisderer und das ist schon ein Geschenk dass wir gemeinsam die Kinder auch sehen dürfen und sowas tun dürfen wie bewundern.
00:35:53: Das hat aber auch wirklich die Nase vom Papa oder so.
00:35:56: oder die Eltern zu ermutigen dem Kind einen Namen zu geben und solche Sachen.
00:36:02: dass das Petra Galt gesagt hat, ist glaube ich wirklich ein ganz besonderer Moment.
00:36:06: Gerade in der Geburtsbegleitung wenn das Kind geboren ist dann haben wir ja nochmal sehr viel mehr Zeit mit dem Paaren zusammen wo wir dann mit denen auch ins Gespräch noch mal intensiver kommen Und das ist wirklich ganz schön zu sehen, wie viel Sie investieren.
00:36:22: Was sie sich ausgedacht haben als Paar, als Elternpaar ... was sie alles machen.
00:36:27: Eine Mutter meinte letztens zu mir, sie gibt sich natürlich hier genauso viel Mühe wie mit allen anderen Kindern auch.
00:36:33: Sie hat natürlich etwas genäht und sie hat ein Baum gepflanzt so wie für jedes andere Kind, was Feuer geboren ist, auch!
00:36:39: Das war für sie noch mal ganz wichtig, dass es dort keine Unterschiede gibt.
00:36:44: Und das is schön zu sehn, daß die Eltern sich da so ... auf einlassen können.
00:36:49: Das ist sehr wertvoll
00:36:53: und wir bekommen sehr viele Rückmeldungen.
00:36:56: auch, es ist immer besonders berührend bei den Gemeinschaftsbestattung wenn dann Eltern nochmal zu mir kommen.
00:37:04: also nicht, dass sie das jetzt tun müssen.
00:37:06: Aber eben die meisten kommen und bedanken sich und sagen wie gut es war, wie gut Sie sich in der Klinik aufgehoben und gefühlt haben von den Hebammen usw.
00:37:15: Und wie gut Es war, dass wir sie ermutigt haben ihr Kind zu sehen und nicht quasi auf die Eltern gehört haben als sie im ersten Impuls gesagt haben nein das möchte ich auch gar keinen Fall.
00:37:27: also das bestätigt mich auch immer wieder in dem was wir tun Gut und richtig so ist.
00:37:36: Ich wohne euch für eure Arbeit, die ihr da leistet!
00:37:39: Gibt es Begegnung oder Erfahrungen, die euch ganz besonders in Erinnerung geblieben sind bis heute?
00:37:44: Ich hatte eine Begleitung eines Paares, die mir besonders an Erinnerungen gebliebene ist.
00:37:49: Das Elternpaar hat Zwillinge erwartet und davon ist leider ein Kind verstorben.
00:37:53: Und das war sehr schwierig am Anfang, die Trauer aber auch die Freude irgendwie gleichzeitig zuzulassen.
00:38:01: Und das Paar hat sich aber da so gut eingespielt, auch untereinander.
00:38:06: Das war ganz schön zu sehen und haben immer beide Kinder irgendwie mit einbezogen.
00:38:11: Es gab dann noch mal ein gemeinschaftliches Foto Mit dem verstorbenen Zwingel ist Zwillinge und dem lebenden Zwilling Zwillingen, der es geschafft hat.
00:38:23: Dem geht's auch richtig gut und das ist total schön, weil die Familie sich immer noch bei uns meldet und uns ein gutes Feedback gibt und sagt, dass das so gut gelaufen ist.
00:38:32: Da bin ich ganz stolz darauf, dass wir so viele Paare begleiten dürfen.
00:38:36: Es
00:38:36: gibt so viele Momente, die mich zu berühren oder in Erinnerung bleiben.
00:38:43: Spontan ist mir jetzt eingefallen ... die sich solange schon so sehr ein Kind gewünscht haben.
00:38:50: Das Kind war verstorben im Mutterleib und sie hat sich fürchterliche Vorwürfe gemacht, dass sie bestimmt alles falsch gemacht hat und er hat sie so liebevoll begleitet und wir haben auch darüber gesprochen, dass die beiden sich Zeit nehmen und einen Ritual entwickeln.
00:39:06: das war total berührend.
00:39:09: Ein schönes Beispiel, was für großartige Arbeit ihr leistet.
00:39:12: Wie stark aber auch die Eltern in solchen Momenten sind?
00:39:14: Ich ziehe nur mein Hut!
00:39:16: Was würdet ihr euch denn wünschen wie in unserer Gesellschaft mit so einem Thema umgegangen wird?
00:39:21: Also ich würde mir wünscht, dass wir mehr Präsenz haben mit diesem Thema das es nicht mehr so tabuisiert wird und ich glaube wir machen gerade einen ganz wichtigen Schritt indem wir grad den Podcast aufnehmen.
00:39:30: deswegen danke dafür
00:39:31: ja Danke unbedingt
00:39:34: Dass wir hier zu Wort kommen, dass wir darüber reden können.
00:39:36: Dass das halt Gehör findet.
00:39:39: auch gerade eben hatte ich eine Mama noch mal im Kreishaal einer Lehre Wiege-Patientin die gesagt hat Ich möchte nochmal ermutigen darüber mehr zu sprechen.
00:39:46: Das ist ganz wichtig für mich.
00:39:48: Bitte sagt es nochmal weiter nicht schweigen weiter darüber reden.
00:39:52: Das ist eine ganz wichtige Aufgabe und da müsste ich vielleicht auch nochmal einwerfen.
00:39:57: Es gibt einen ganz tollen Verein Und zwar den Lehre wiegevereinen Hier in Hannover Die sich um ganz viele wichtige Themen kümmern, die einzige Gespräche und Gruppengespräche führen.
00:40:08: Die auch weiterhelfen im Verlauf wenn man einfach nicht mehr weiter weiß.
00:40:11: Man kann sich auch melden wenn das schon weiter zurück liegt.
00:40:15: Ich würde mir wünschen dass das halt einfach bekannter wird Und hoffe dass wir da jetzt einen kleinen Beitrag zu leisten konnten.
00:40:22: Das wünsche ich mich auch total und bin froh über dem podcast.
00:40:27: Ich wünsche mir, also das ist einmal das Bewusstsein der Gesellschaft für das Thema dass egal wie klein ein Kind ist.
00:40:35: Das ist ein Verlust für die Eltern bedeutet.
00:40:38: und was ich mir auch sehr wünsche ist, dass es eine bessere Versorgung gibt für die Frauen wenn sie erleben, dass ihr Kind im Motorlife gestorben ist oder Sie tatsächlich drüber nachdenken müssen, wenn so schlimme Diagnosen im Raum stehen.
00:40:54: Wie soll es weitergehen?
00:40:56: Dass es mehr Kliniken gibt die sich den Frauen annehmen und da also bundesweit im Grunde genommen auch eine Versorgung gewährleisten denn das sieht nicht immer gut aus.
00:41:08: Ja, die Mutterschaft einfach anerkennen.
00:41:10: Das ist auch definitiv ein wichtiger Punkt, den du grade angesprochen hast.
00:41:14: Dann viele fühlen sich ja nicht gesehen.
00:41:16: Aber das ist eine Schwangerschaft, egal wie lange sie getragen wurde ... Es sind Eltern und Sie bleiben Eltern!
00:41:23: Und es ist wichtig noch mal zu sagen, dass geht niemals weg, das ist immer da.
00:41:28: Das sind schöne abschließende Worte.
00:41:30: Vielen Dank, dass ihr den Podcast heute mit mir gemacht habt.
00:41:33: Ganz lieben Dank für euren offenen Einblick.
00:41:36: Für eure ganz tolle Arbeit, die ihr hier jeden Tag in dieser Klinik leistet.
00:41:39: Chapeau
00:41:39: wirklich für diese Kraft, die Ihr dafür aufbringt?
00:41:41: Vielen Dank!
00:41:42: Ja, dank dass wir da sein durften.
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